Muster sächsische manufaktur

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Neben der malerischen Umsetzung dieser Naturthemen spielt das Thema Jagd auch heute noch eine wichtige Rolle in Meisens Gestaltungsvokabular. Jörg Danielczyks moderne Jagdmotiv-Kerzenhalter, die 2004 eingeführt wurden und mit zarten Porzellan-Eichenblättern versehen sind, die eine große Herausforderung für die Prägungen der Manufaktur darstellen, sind ein besonders spektakuläres Beispiel für MEISSEns anhaltende Leidenschaft für die Jagd. Vor Jahrhunderten beauftragte Meissen Künstler, ihre mittlerweile legendären Muster zu kreieren. Auf dem kürzlich gegründeten MEISSEN artCAMPUS haben künstlerisch auch der in Massachusetts geborene Künstler Frank Stella, der eine riesige weiße Porzellanskulptur herstellte, und der New Yorker Chris Antemann, der auf aufwendigen Dinnerpartys figuren im Barockstil schuf, die sich in verschiedenen Stadien des Ausziehens in geselligen Stilen veranspielten. Nach dem Zweiten Weltkrieg und unter kommunistischer Herrschaft hatte die Manufaktur, die sich immer um die Reichen und Reichen gekümmert hatte, einige Schwierigkeiten, ihren Weg zu finden. Die Gefahr bestand darin, dass Meisen zu einer Fabrik werden würde, die nur für die Massen produziert. Erst 1969, als Karl Petermann Direktor wurde, konzentrierte sich Meisen wieder auf seine alten Traditionen und erhielt auch einen freieren künstlerischen Ausdruck. Am Anfang gehörte die Meisenmanufaktur dem Sächsischen König; 1830 gehörte es zum Land Sachsen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde der größte Teil der Ausrüstung im Rahmen von Kriegsreparationen in die Sowjetunion geschickt.

Doch bereits 1946 konnten die Arbeiter, die traditionelle Methoden und die nicht abgebauten Öfen waren, die Produktion wieder aufnehmen. Das Unternehmen wurde eine sowjetische Aktiengesellschaft in Deutschland. Fast die gesamte Produktion wurde in die Sowjetunion geschickt, ein entscheidender Schritt, der die Handwerkergemeinschaft am Leben hielt. Nach der Gründung der Deutschen Demokratischen Republik wurde das Unternehmen 1950 in deutsches Eigentum überführt und wurde in ein Öffentliches Unternehmen. Der VEB Meißner Porzellan entpuppte sich als eines der wenigen profitablen Unternehmen im wirtschaftlich angeschlagenen ostdeutschen System und verdiente dringend benötigte Devisen. Nach der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde das Unternehmen in das Alleineigentümerland Sachsen überführt. Während seine Produkte teuer sind, machen die hohe Qualität und der künstlerische Wert Meisen Porzellan von Sammlern und Kennern begehrenswert. Eine Reihe von „Court Dragon“ und „Red Dragon“ Geschirrmuster zeigt chinesische Drachen, in der Regel in Unterglasur rot mit vergoldeten Details fliegen um den Rand der Platte und mit einem Medaillon in der Mitte des Cavetto.